Wenn das Leben Veränderungen bereithält und der nächste Umzug ansteht, fragt sich der Sparfuchs, welche Art der Vermietung wohl am sinnvollsten für ihn ist. Der Großstädter durchforstet den Wohnungsmarkt und denkt sich: „Ich lasse mich doch nicht von einem Wohnungsunternehmen ausnutzen. Ich suche mir Zimmer zum mieten von privat.“ Ist das richtig? Wie vorteilhaft sind Privatvermieter?

Erstmal zu den Fakten: Laut der Umfrage einer der größten Online-Immobilienportale im Zeitraum von März bis Juni 2019 sind 80 Prozent aller teilgenommenen, privaten Vermieter an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert. Sprich mehr als drei Jahre. 18 Prozent stellen sich mittelfristige Mieter mit einem Zeitraum von ein bis drei Jahren vor. Schön und gut. Mehr als die Hälfte aller Privatvermieter wohnen mit ihren Mietern in einem Haus. Da muss klar sein: Die Privatsphäre ist geschmälert. Und schließlich achten 44 Prozent aller Privatvermieter als erstes auf den persönlichen Eindruck. Für lediglich ein Viertel ist das Einkommen ausschlaggebend und auf die Selbstauskunft schielen gerade mal 13 Prozent. Befragt wurden bis zu 2.600 private Vermieter.

Ein großer Vorteil ist der immer bereitstehende Ansprechpartner

Stimmt das nicht nachdenklich? Wer sich für eine Wohnung von privat entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er womöglich ziemlich viel Privatsphäre mit seinem Vermieter teilt, wenn dieser im gleichen Haus wohnt. Anonymität ist nicht gegeben, allerdings ist der Ansprechpartner so auch nie weit entfernt.

Zu den Pluspunkten einer Privatvermietung gehört das „kleine“ Mietverhältnis. Meist sind nur wenige Parteien daran beteiligt, nämlich der Vermieter und man selbst. Notfalls noch eine externe Hausverwaltung. Kurze Wege und eine enge Kommunikation sind beliebte Pro-Faktoren. Hier wird von Mensch zu Mensch gesprochen. Vermieter und Mieter begegnen sich auf Augenhöhe. Zudem entfällt bei Wohnungszusage und Einzug die Maklerprovision von zwei Kaltmieten. Nicht gerade wenig.

Stetes Risiko für eine Kündigung: Eigenbedarf

Bei dem Mieten einer Privatwohnung ist der größte Kündigungsgrund wohl der des Eigenbedarfes. Der Vermieter möchte die Wohnung für sich beanspruchen und kickt den Mieter raus. Allerdings gibt es hier einen Kniff, mit dem der Mieter den Eigenbedarf prüfen kann: Dieser besteht nämlich nicht, wenn der Vermieter bereits eine ähnliche Wohnung in Eigennutzung hat und diese nicht sonderlich von den Eigenschaften der neuen Bude abweicht. Privatvermieter sind meist schlechter über das Mietrecht informiert, als Wohnungsunternehmen. Änderungen, Satzstreichungen, Neuklauseln – der Mieter sollte seine Rechte kennen und beim Wohnungsbesitzer einfordern. Wenn der nämlich ahnungslos ist, erkennt er die Forderung der Mieter schnell nicht an. Da ist feinfühlige Kommunikation gefragt.

Gespräche mit Fingerspitzengefühl – ausschlaggebend für ein gutes Mietverhältnis

Ein weiterer Nachteil, den der Mieter allerdings zum Positiven wenden kann, ist die meist fehlende Professionalität im Auftreten des Privatvermieters. Er gibt sich, wie er vermietet: privat. Und Wohnungsinteressierte kommen schnell mit seiner Persönlichkeit in Kontakt. Wer einen fröhlichen, unbekümmerten Vermieter vor sich hat, der einfach ein bisschen zusätzliche Kohle in die Kasse bekommen möchte – Glückwunsch. Wer aber auf einen komplizierten Charakter trifft, sollte für Stresssituationen gewappnet sein. Ein wenig psychologische Kriegsführung kann Eskalationen vorbeugen.

Tipps zur seriösen Wohnungssuche von Privat
  1. Achte auf detaillierte Angaben und authentische Fotos
  2. Wie gut ist der Vermieter vorbereitet? Gehe die Fragen des Selbstauskunftsbogen genau durch. Zu persönliche Fragen sind unangenehmen und ein Warnsignal
  3. Alle Vereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten werden
  4. Hat der Vermieter alle Unterlagen dabei? Darfst du alles Wichtige einsehen? Falls nicht, könnte da was im Busch sein
  5. Wenn der Wohnungsbesitzer von anderen Interessenten erzählt, will er womöglich eine übereilte Miete oder einen unüberlegten Kauf erzwingen. Hab ein Auge auf vorschnelle Abwicklungen, denn die lassen Mieter oft in Dinge einlenken, die ihnen eigentlich komisch vorkommen
  6. Bespreche alle Details des Miet- beziehungsweise Kaufvertrages, um ungewollte Möbelübernahmen und ähnliches zu vermeiden

Egal ob nun von Wohnung von privat oder nicht, wenn du dann deine Traumwohung gefunden hast können wir dir gerne bei deinem Umzug behilflich sein!

Mehr Informationen hierzu auf: www.mein-umzug.hamburg